00 · Vorwort
Eine Nachbarschaft, die Menschen verbindet.
„Positive Wirkung beginnt bei Freunden, Familie und Nachbarn. Setzen Sie sich dafür ein, in Ihrem eigenen Lebensumfeld Gutes zu bewirken.“
Suchen Sie bei Google nach Bildern zu ‚Smart City‘, sehen Sie immer wieder dasselbe: eine kühle Skyline, in der eng vernetzte Sensoren und Rechenzentren die Hauptrolle spielen. Echte Menschen kommen in dieser Geschichte nicht vor.
Dabei sollte Technologie den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Der Einfluss sozialer Medien und der Technik auf unsere Gesellschaft ist unbestreitbar. Mehr denn je sind wir mit Gleichgesinnten auf der ganzen Welt verbunden. Zugleich verlieren wir den Kontakt zu unserem direkten Umfeld und unseren Nachbarn. Auch hat nicht jeder Zugang zu digitaler Technik. Denken Sie an die digitale Kluft zwischen denen, die Zugang haben, und denen, die ausgeschlossen sind: oft schutzbedürftige oder benachteiligte Gruppen. Im Vereinigten Königreich haben heute rund 6 Millionen junge Menschen zu Hause weder Breitbandinternet noch einen Laptop oder Desktop-PC. 1 Hinzu kommt, dass Einsamkeit zu einer weltweiten Epidemie wird: Rund 33 % der Erwachsenen fühlen sich einsam. 2
Kommunen und Organisationen können etwas verändern. Durch lokale Gemeinwesenarbeit fördern sie informelle Nachbarschaftshilfe, indem sie Menschen zur gegenseitigen Unterstützung befähigen. Zugleich stärken sie die Kreislaufwirtschaft: Der Austausch und das Verschenken von Dingen und Fähigkeiten fördern die dringend nötige Nachhaltigkeit. Einwohner erhalten Zugang zu Informationen, lokalem Wissen, Räumen und informeller Unterstützung, die in der Nachbarschaft bereits vorhanden sind. So wird dieses Sozialkapital zugänglich und nutzbar.
Je mehr Menschen Zugang zu Sozialkapital haben, desto besser kann eine Nachbarschaft gesellschaftliche Herausforderungen selbst bewältigen. Sie wird zu einem widerstandsfähigen Ökosystem, das äußeren Bedrohungen wie einer Pandemie, einer Lebensmittel- oder Energiekrise, Kriminalität oder sogar einer Naturkatastrophe besser standhalten kann.
Hoplr möchte mit seinem digitalen Nachbarschaftsnetzwerk und Werkzeugen für Kommunen und lokale Gruppen einen spürbaren Beitrag leisten. Deshalb arbeiten wir an einer Formel, die das Sozialkapital von Nachbarschaften Jahr für Jahr erfasst. Auf dieser Grundlage können wir Nachbarschaftsinitiativen von unten und Interventionen von oben entwickeln und bewerten, um das immense Potenzial jeder Nachbarschaft zu erschließen.
In diesem Whitepaper zeigen wir, wie sich die Dynamik des Sozialkapitals einer Nachbarschaft verstehen lässt. Damit möchten wir Ihnen helfen, den Wert der lokalen Gemeinschaft sowohl zu erfassen als auch weiterzuentwickeln.
Jennick Scheerlinck, Gründer und Geschäftsführer, Hoplr
01 · Der Wert einer Nachbarschaft
Der Wert einer Nachbarschaft.
Sobald wir alt genug sind, mögliche Schattenseiten gesellschaftlichen Wandels wahrzunehmen - Umweltverschmutzung durch Industrialisierung, übermäßigen Konsum durch Globalisierung oder Informationsflut durch Digitalisierung -, greifen wir auf die Vorstellung von der ‚guten alten Zeit‘ zurück. Es ist ein verführerisches Klischee, den Wandel für den Niedergang unserer Gemeinschaften und unseres sozialen Lebens verantwortlich zu machen und verblassten Erinnerungen an ein vermeintlich goldenes Zeitalter nachzutrauern. 3
Unser Verhältnis zur Nachbarschaft ist heute zweifellos anders als früher. Doch die Nachbarschaft selbst hat keineswegs an Wert verloren. Später zeigen wir, dass die lokale Gemeinschaft ein enormes Potenzial birgt, vielleicht mehr denn je. Zunächst suchen wir nach der Ursache für dieses veränderte Verhältnis. Wir finden sie in einem Wandel unserer persönlichen Netzwerke.
1.1 Die Rolle unserer persönlichen Netzwerke in der Nachbarschaft
Vernetzter Individualismus
Die Soziologen Rainie und Wellman prägten den Begriff ‚vernetzter Individualismus‘. 4 Früher bestand unser Netzwerk aus wenigen eng verbundenen Gruppen in unserer räumlichen Nähe. Heute gehören wir eher zahlreichen vielfältigen Gruppen mit klaren Zielen an. Mitunter sprechen wir mit niemandem aus diesen Gruppen oder begegnen ihm persönlich. In einer Gruppe erkunden wir unseren Musikgeschmack, in einer anderen teilen wir politische Ansichten oder berufliches Fachwissen. Die heutige Gesellschaft bietet eine immense Auswahl an Gemeinschaften, online wie offline. Sie stillen unser widersprüchliches Bedürfnis nach Individualität und Gemeinschaft zugleich.
Lokale Vielfalt
Unsere Identitäten und gesellschaftlichen Rollen werden vielfältiger und sind weniger eng mit der lokalen Gemeinschaft verwoben. Dadurch werden Nachbarschaften immer diverser. Menschen mit völlig verschiedenen Hintergründen wohnen Tür an Tür. Die Nachbarschaft wird zu einem reichen Mosaik unterschiedlicher Interessen, Talente sowie kultureller oder religiöser Überzeugungen.
Anders gesagt: Unter dem Einfluss von Globalisierung, Urbanisierung und Internet hat sich die lokale Gemeinschaft von einer homogenen Gruppe, deren Mitglieder viel gemeinsam haben und sich ähnlich verhalten, zu einer heterogenen Gruppe mit großer Vielfalt entwickelt. 5
1.2 Sozialkapital der Nachbarschaft
Sozialkapital
Jedes persönliche Netzwerk und jede Gemeinschaft verfügt über ein bestimmtes Maß an Sozialkapital: die Summe der Ressourcen, auf die allein aufgrund sozialer Beziehungen zurückgegriffen werden kann. 6
Denken Sie an einen Freund, der Konzertkarten abgibt, weil er verhindert ist, oder an einen Nachbarn, der Sie zu einem Termin fährt, wenn Ihr Auto kaputt ist. Es umfasst alles, was Ihr Netzwerk für Sie tun kann (aus individueller Sicht) oder was die Gemeinschaft füreinander leisten kann (aus kollektiver Sicht).
Bindendes und brückenbildendes Sozialkapital
Sowohl homogene als auch heterogene Gruppen verfügen über Sozialkapital, allerdings in unterschiedlichen Formen. 7 Bei homogenen Gruppen sprechen wir von bindendem Sozialkapital. Es bietet unter anderem Sicherheit und soziale Unterstützung durch ein Gefühl der Zugehörigkeit.
Studien zeigen jedoch, dass vor allem das Kapital heterogener Gruppen, also brückenbildendes Sozialkapital, nicht nur individuelle Ergebnisse, sondern auch Wirtschaftswachstum und die Akzeptanz von Vielfalt positiv beeinflusst.
Brückenbildendes Sozialkapital der Nachbarschaft
Früher verließen sich Nachbarn als eng verbundene, homogene Gemeinschaft aufeinander. Heute kann jedes Mitglied seine persönlichen Netzwerke zum Wohl der Nachbarschaft nutzen.

Die Nachbarschaft bietet viel brückenbildendes Sozialkapital. Ihr räumlicher, sozialer und bürgerschaftlicher Kontext gibt den Mitgliedern zudem einen einzigartigen doppelten Mehrwert.
- Einerseits liegt darin großes Potenzial für schutzbedürftige und weniger mobile Menschen, insbesondere ältere und isolierte Personen. Wer keine Freunde oder Familie hat, auf die er sich verlassen kann, findet in der Nachbarschaft ein wichtiges Netz sozialer Beziehungen und Unterstützung. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist sie ein unverzichtbarer Teil ihres Unterstützungsnetzes.
„Je zahlreicher die Fäden eines sozialen Netzwerks, desto engmaschiger das soziale Sicherheitsnetz.“
- Andererseits besteht ein einzigartiges gemeinsames Interesse an verschiedenen lokalen Themen. Denken Sie an Initiativen, die Einwohner gemeinsam vor Ort umsetzen: vom Carsharing bis zu Müllsammelaktionen. Manche greifen sogar weltweite Herausforderungen lokal auf, etwa die globale Plastik-, Abfall- und Klimakrise.
- Der Zusammenhang zwischen der Stärke des sozialen Gefüges und dem psychosozialen wie körperlichen Wohlbefinden ist gut belegt. 8 In Nachbarschaften der Zukunft kümmern sich Einwohner durch soziale Unterstützung und informelle Hilfe umeinander. Auch benachteiligte Gruppen erfahren, dass sie wertvolle Beiträge leisten können. So können sie ihre Rolle als Hilfebedürftige hinter sich lassen. Ältere Menschen leben länger selbstständig, und die Gemeinschaft wirkt sozialer Isolation aktiv entgegen.
- Verschiedene Studien zeigen einen engen Zusammenhang zwischen Gemeinschaftsgefühl und Sicherheitsempfinden. 9 In Nachbarschaften der Zukunft haben Einwohner ein Auge auf ihr Umfeld, informieren einander über Probleme wie Kriminalität und wenden sich bei Bedarf aneinander.
- In verbundenen Gemeinschaften sind Einwohner eher bereit, sich für das Gemeinwohl der Nachbarschaft einzusetzen. 10 In Nachbarschaften der Zukunft fühlen sie sich sowohl der Gemeinschaft als auch der Kommunalpolitik verbunden. Sie ergreifen häufiger die Initiative, engagieren sich ehrenamtlich und beteiligen sich an Projekten von Nachbarn, Organisationen und Behörden.
- In nachhaltigen Nachbarschaften fahren die Einwohner seltener Auto, weil es vor Ort viel zu tun gibt und nachhaltige Mobilität selbstverständlich ist.
- In nachhaltigen Nachbarschaften tauschen Einwohner gerne Dinge, kaufen gemeinsam ein und konsumieren lokal. Zusammen beteiligen sie sich an der Gestaltung und Pflege von Grünflächen.
„In lokale Gemeinwesenarbeit zu investieren heißt, in gesellschaftliche Themen wie Mobilität, Umwelt, Wohlergehen und Bürgerbeteiligung zu investieren.“
1.3 Herausforderung
Entfremdung
Wenn heutige Nachbarschaften so wertvoll sind, warum fühlt es sich nicht immer so an? Offenbar beurteilen wir sie weniger nach ihrem Potenzial, unser Leben zu bereichern, als danach, wie gut sie unserer Individualität Raum geben. ‚Es sind ruhige Nachbarn‘, ‚Wir lassen einander in Ruhe‘ und ‚Sie gießen die Pflanzen, wenn wir verreisen‘ scheinen die begehrtesten Eigenschaften moderner Nachbarn zu sein.
Ist das alles, was wir erwarten können? Hat das heutige Leben uns so verändert? Lenken uns virtuelle Freunde am anderen Ende der Welt und Online-Gruppen so sehr ab, dass es uns schwerfällt, Kontakt zu unseren tatsächlichen Nachbarn aufzubauen?
Das Sozialkapital der Nachbarschaft erschließen
Das Potenzial mag immens sein. Das bedeutet nicht, dass der Wert der Nachbarschaft einfach verfügbar ist. Noch weniger, dass alle Mitglieder im gleichen Maß Zugang dazu haben.
Klischees wie ‚Früher war alles besser‘ sind verlockend, aber vermutlich falsch und zumindest wenig konstruktiv. Was wäre, wenn wir die schönen Seiten unserer heutigen Wirklichkeit nutzten, um uns stärker zu verbinden? Dann würden Nachbarschaften der Zukunft zu sorgenden, verbundenen Gemeinschaften, die unsere Unterschiede nicht nur überbrücken, sondern annehmen und nutzen.
„Das Geheimnis sorgender Nachbarschaften der Zukunft? Lokale Gemeinwesenarbeit, hier und jetzt.“
Eine Formel für Sozialkapital
In diesem Whitepaper schlagen wir eine Formel vor, die Einblick in die Dynamik des Sozialkapitals einer Nachbarschaft gibt. Damit möchten wir Ihnen helfen, den Wert der lokalen Gemeinschaft zu erfassen und weiterzuentwickeln.

02 · Eine Formel für die Nachbarschaft
Eine Formel für sorgende und nachhaltige Nachbarschaften.
Die Nachbarschaft hat also unbestreitbar einen Wert - in der Theorie. Intuitiv spüren wir jedoch oft, dass eine Nachbarschaft ihren Mitgliedern mehr bietet als eine andere. Ein Viertel gilt etwa als ‚künstlerisch‘, eine Stadt als besonders lebendig, weil sich ihre Einwohner gesellschaftlich engagieren. Können wir also das Sozialkapital einer bestimmten Nachbarschaft berechnen? Und noch spannender: Können wir hier etwas verändern, dort an einer Stellschraube drehen und die Nachbarschaft auf maximales Sozialkapital einstellen?
2.1 Die Sozialkapitalformel
Auf individueller Ebene beschreibt Sozialkapital meist die Summe der Ressourcen, die durch soziale Beziehungen verfügbar sind. Denken Sie an die geliehene Bohrmaschine von nebenan, die Mitfahrgelegenheit eines Freundes oder die Empfehlung eines örtlichen Handwerkers. Addieren Sie alles, und schon haben Sie Ihr Sozialkapital!
Auf kollektiver Ebene ist es komplizierter: Das Sozialkapital einer Nachbarschaft entspricht nicht einfach der Summe der Ressourcen ihrer Einwohner. Unserer Ansicht nach besteht die Formel zur Bestimmung oder Beeinflussung ihres Sozialkapitals aus zwei Elementen: dem Potenzial der Ressourcen der Nachbarschaft und dem Zugang dazu.

Komplexe soziale Konzepte lassen sich nicht in einer einfachen Formel ausdrücken. Eine Formel hilft uns aber, die Konzepte dieses Whitepapers zu erschließen. Vor allem soll sie Sie dazu anregen, selbst aktiv zu werden.
2.2 Potenzial
Das Potenzial der Nachbarschaft, auch ‚urbaner Mehrwert‘, besteht vor allem aus der Summe ihrer Ressourcen oder Stärken. Diese nehmen viele Formen an:
- Zeit
- Talente
- Finanzmittel
- Material
- Wissen
- Raum
- Kontakte
- Emotionale Unterstützung
Demografie und sozioökonomischer Status bestimmen wesentlich, in welchem Umfang diese Ressourcen vorhanden sind. Wie viele Menschen leben hier? Wie vielfältig ist die Gemeinschaft? Gibt es ein lebendiges örtliches Gewerbe?
Neben den Ressourcen selbst bestimmt auch ihr Potenzial zur Zusammenarbeit das mögliche Sozialkapital. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Vielfalt ist ein wichtiger Faktor dieses Verbindungspotenzials.
Das Potenzial einer Nachbarschaft besteht also aus den Ressourcen ihrer Einwohner und dem Mehrwert, der durch mögliche Zusammenarbeit entsteht.

Es kann äußerst wertvoll sein, diese Möglichkeiten zu erfassen. Wer die wichtigsten Akteure einer Nachbarschaft auflistet, erkennt schnell, wie Zusammenarbeit Antworten auf verschiedene Herausforderungen geben kann. Am Ende dieses Whitepapers stellen wir kurz eine entsprechende Analysemethode vor: ‚Neighbourhood Capacity Mapping‘, die Kartierung nachbarschaftlicher Ressourcen.
2.3 Zugang
Dass bestimmte Ressourcen in einer Nachbarschaft vorhanden sind, bedeutet nicht, dass die ganze Gemeinschaft sie frei nutzen kann. Dafür braucht es auch Zugang zu diesen Ressourcen.
Dieser Zugang hängt davon ab, inwieweit Mitglieder sich mit der Gemeinschaft und ihren Ressourcen verbinden können und wollen. Dazu gehören das Bereitstellen, Verwalten, Pflegen und Nutzen von Ressourcen.

Die Möglichkeit, sich mit der Gemeinschaft und ihren Ressourcen zu verbinden, wird stark von den Räumen der Nachbarschaft beeinflusst: Sie können den Austausch zwischen Nachbarn erschweren oder fördern.
Der Wunsch der Einwohner, sich mit der Gemeinschaft zu verbinden, ist das letzte Puzzleteil. Wir führen ihn auf den sozialen Zusammenhalt der Nachbarschaft zurück.
Wie eng sind die Beziehungen zwischen den Einwohnern? Welche Werte und Normen gelten in der Nachbarschaft? Wie inklusiv ist die Gemeinschaft? Diese sozialen Dimensionen prägen den Zugang zum Sozialkapital der Nachbarschaft erheblich.
Mit den richtigen Werkzeugen können Sie diesen Zugang nicht nur bewerten, sondern auch beeinflussen. Genau das verstehen wir unter Gemeinwesenarbeit. Hier liegt der Schlüssel zum Sozialkapital.
„Die Ressourcen einer Nachbarschaft sind, was sie sind: reichlich Potenzial, um die Nachbarschaft und ihre Mitglieder zu bereichern. Doch in welchem Maß Einwohner diese Ressourcen nutzen können und wollen - genau dort können Sie etwas verändern.“
03 · Sich verbinden wollen
Sozialer Zusammenhalt: sich verbinden wollen.
Der soziale Zusammenhalt einer Nachbarschaft bestimmt wesentlich, inwieweit Einwohner sich mit ihrem Netzwerk und damit ihren Ressourcen verbinden wollen.
Sozialer Zusammenhalt bestimmt, inwieweit Einwohner bereit sind:
- ihre eigenen Ressourcen mit der Gemeinschaft zu teilen
- sich bei Bedarf an die Nachbarschaft zu wenden
- für eine bessere Nachbarschaft zusammenzuarbeiten.
3.1 Sozialen Zusammenhalt definieren
Wir sind uns einig: Sozialer Zusammenhalt ist etwas Gutes. Er beschreibt einen Zustand, der in einer Gruppe mehr oder weniger ausgeprägt vorhanden sein kann und das Wohlbefinden ihrer Mitglieder fördert. 11
Darüber hinaus ist er ein komplexes, vielschichtiges und umstrittenes Konzept ohne einheitliche Definition. Wie bewerten wir also den sozialen Zusammenhalt einer Nachbarschaft?
Unserer Ansicht nach ist sozialer Zusammenhalt das Ergebnis zahlreicher Dimensionen und ihrer Dynamik. Sie bestimmen, inwieweit Mitglieder Teil der Gruppe sein wollen.
Um den sozialen Zusammenhalt einer Nachbarschaft möglichst gut zu verstehen, können wir einige messbare Dimensionen bestimmen.
Vergleichen Sie es mit der Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands. Es gibt keinen fertigen Test, der Gesundheit als Ganzes benotet. Doch wir können Blutdruck und Body-Mass-Index messen oder Blutwerte untersuchen. Ebenso können wir eine lokale Gemeinschaft aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, um ihr allgemeines Wohlergehen einzuschätzen und anschließend eine Analyse vorzunehmen.
Danach können wir einen ‚Behandlungsplan‘ entwerfen. Mit Nachbarschaftsinitiativen von unten und Interventionen von oben versuchen wir, einige relevante soziale Dimensionen positiv zu beeinflussen. So fördern wir letztlich die Bereitschaft der Menschen, sich mit ihrer Gemeinschaft zu verbinden.
3.2 Dimensionen des sozialen Zusammenhalts
Unzählige Dimensionen beeinflussen den sozialen Zusammenhalt direkt. Manche sind messbar und beeinflussbar, andere nicht. Fast jede Studie verwendet eine andere Auswahl sozialer Dimensionen.
Auf Grundlage der häufigsten Dimensionen und unserer eigenen Erfahrung schlagen wir als Orientierung eine kurze Liste messbarer und gestaltbarer sozialer Dimensionen vor. Sie vermitteln unserer Ansicht nach ein recht vollständiges Bild des sozialen Zusammenhalts einer Nachbarschaft. Zumindest sind sie ein guter Ausgangspunkt für Analyse und Maßnahmenplanung. Dazu gehören:
- Gemeinschaftsgefühl
- Vertrauen
- Gegenseitigkeit
- gemeinsame Werte
- Netzwerke.
Im Folgenden besprechen wir jede Dimension kurz: Was bedeutet sie für den sozialen Zusammenhalt einer Nachbarschaft, und wie können lokale Organisationen oder Kommunen sie fördern? Jede Dimension verdeutlicht dabei, wie wichtig positive Begegnungen und Austausch zwischen Einwohnern sind.
3.2.1 Gemeinschaftsgefühl
Bedeutung
Gemeinschaftsgefühl umfasst das Bild, das Einwohner von ihrer Nachbarschaft haben, und das Maß, in dem sie sich mit diesem Bild identifizieren. 12
Es geht um das Wir-Gefühl, das in einer Nachbarschaft vorhanden sein kann oder auch nicht - ähnlich wie bei einem Fußballverein. Obwohl die Fans während des Spiels keinen Ball berührt haben, jubeln sie gerne: ‚Wir haben gewonnen!‘
Identifizieren sich Einwohner stark mit der Nachbarschaft, ist ihnen das Wohlergehen der Gemeinschaft wichtig. Ihre Identität und sogar ihr Stolz sind in gewissem Maß damit verwoben. Deshalb sind sie eher bereit, in die Nachbarschaft zu investieren. 13
Gemeinwesenarbeit durch die Förderung von Zugehörigkeit
Das Gemeinschaftsgefühl wächst durch positive Erfahrungen, etwa ein gelungenes lokales Fest oder die Hilfe eines Nachbarn. 14 Auf dieser Grundlage entsteht ein positives Bild der Nachbarschaft, das wiederum das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
Es müssen nicht einmal eigene Erfahrungen sein. Auch beobachteter Austausch zwischen anderen Einwohnern prägt unser Bild der Gemeinschaft. Wir sehen zwei Nachbarn an der Haustür plaudern, lesen von jemandem, der für eine ans Haus gebundene Person Schnee geschippt hat, oder erfahren, dass die Nachbarschaft vor unserem Einzug erfolgreich Spenden für einen örtlichen guten Zweck gesammelt hat. 15
Kommunen und Organisationen können das Gemeinschaftsgefühl stärken, indem sie eine inklusivere Plattform für positive Geschichten über die Nachbarschaft schaffen.
Denken Sie einerseits an öffentliche und virtuelle Räume, in denen Mitglieder der Gemeinschaft einander begegnen und sich austauschen können. Diese Räume behandeln wir in Kapitel 4.
Zudem können Sie inspirierende Erfahrungsberichte, etwa aus einer Nachbarschaftsanalyse, mit einer lokalen Kommunikationsstrategie verbreiten und bekannt machen.
- Jährliche Nachbarschaftsfeste oder Musikfestivals
- Aktivitäten für Kinder und Familien
- Veranstaltungen speziell für LGBTQ+-Menschen
- Religiöse Feste oder interreligiöse Begegnungen
- Neujahrsempfänge oder Feiern zu nationalen Feiertagen
- Auszeichnungen für gute Nachbarschaft
- Initiativen für nachbarschaftliche Wachsamkeit
- Erfahrungsberichte von Einwohnern
- Besuche örtlicher Abgeordneter oder Prominenter
- Straßencafés für wohnungslose Menschen
- Patenschaften für ältere, isolierte oder ans Haus gebundene Menschen
- Willkommensveranstaltungen für neue Nachbarn
- Solidaritätsaktionen oder Kampagnen
- Digitales Nachbarschaftsnetzwerk
- Beteiligung an landesweiten Umweltinitiativen, etwa Schulstreiks von Fridays for Future
- Ein Nachbarschaftsmotto.
3.2.2 Vertrauen
Bedeutung
Vertrauen bezeichnet die Erwartung, dass Nachbarn einander und der Gemeinschaft nützen oder zumindest nicht schaden. Ohne gegenseitiges Vertrauen arbeiten Mitglieder nur zögerlich zusammen. Das beeinträchtigt das Sozialkapital der Nachbarschaft. 16
Vertrauen enthält ein Risiko: ‚Obwohl mein Nachbar meine Leiter vielleicht nie zurückgibt, leihe ich sie ihm trotzdem.‘
Vertrauen wirkt auf verschiedenen Ebenen, die für den sozialen Zusammenhalt einer Nachbarschaft wichtig sind:
- Vertrauen in eine einzelne Person
- Vertrauen in eine Gruppe, mit der wir uns identifizieren
- Vertrauen in eine Gruppe, mit der wir uns nicht identifizieren
- Vertrauen in eine Institution.
Gemeinwesenarbeit durch die Förderung von Vertrauen
Herrscht in einer Nachbarschaft grundsätzlich Misstrauen, liegt das meist entweder an schlechten persönlichen Erfahrungen oder an einem geringen Sicherheitsempfinden in Gegenden mit hoher Kriminalität.
- Rollen. Rollenunklarheit bedeutet, dass nicht klar ist, was man von jemandem erwarten kann und welche Regeln für einen Austausch gelten. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine Ansprechperson in der Nachbarschaft zu benennen, etwa einen Paten oder eine Nachbarschaftsbotschafterin.
- Transparenz. Sagen Sie, was Sie tun werden, und halten Sie Wort. Rechtzeitige, klare und verlässliche Kommunikation, der entsprechende Taten folgen, kann lokales Vertrauen wiederherstellen.
- Umfeld. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Zustand und Zufriedenheit mit örtlichen Einrichtungen einerseits und sozialem Vertrauen andererseits. 17 Denken Sie an die Folgen illegaler Müllablagerungen, herumliegenden Abfalls, von Vandalismus oder defekter Straßenbeleuchtung für Sicherheitsempfinden und Vertrauen. Die Pflege öffentlicher Räume stärkt das Vertrauen und die Verbundenheit mit der Nachbarschaft. Organisationen wie Keep Britain Tidy regen Einwohner mit vielen Kampagnen dazu an, ihre Zuneigung zum Wohnumfeld praktisch zu zeigen. 18
- Begegnungen. Misstrauen entsteht oft aus Angst vor dem Unbekannten. Gelegenheiten, einander zu begegnen, ermöglichen positive Erfahrungen, Vertrauen und ein Gefühl aktiver Zugehörigkeit. Umso wichtiger sind Begegnungen, die Vielfalt berücksichtigen: zwischen Jung und Alt, neu Zugezogenen und alteingesessenen Haushalten sowie unterschiedlichen ethnischen oder religiösen Gruppen.
- Vertrauen schenken. Eine Kommune kann das Bild einer Gruppe oder Organisation verändern, indem sie ihr ermöglicht, sich positiv für die Nachbarschaft einzusetzen. Bitten Sie zum Beispiel Jugendliche, eine Aktion gegen herumliegenden Müll zu entwickeln.
3.2.3 Gegenseitigkeit
Bedeutung
Bei den meisten Gefälligkeiten - vom Verleihen einer Leiter bis zum Teilen von Informationen - wird früher oder später eine Gegenleistung erwartet. Dieses Erwartungsmuster heißt Gegenseitigkeit oder Reziprozität. Je nach Beziehung oder Netzwerk tritt es in unterschiedlichen Formen auf. 19
A. Ausgehandelter Austausch
Zunächst kann die Norm des ‚ausgehandelten Austauschs‘ gelten. Beide Beteiligten vereinbaren die Bedingungen im Voraus: Wer tut was, und welche Gegenleistung wird erwartet? Der Austausch erfolgt beidseitig und ungefähr gleichzeitig.
Ausgehandelter Austausch findet oft statt, wenn wenig Vertrauen besteht. Die Erfolgschancen des hilfesuchenden Nachbarn hängen stark vom eigenen Handeln und damit den eigenen Fähigkeiten ab. Außerdem führt diese Form des Austauschs selten zu Wiederholung oder zum Aufbau einer Beziehung.
B. Gegenseitiger Austausch
Ein Nachbar kann seine Ressourcen auch teilen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Er weiß nicht, ob ihm die Gefälligkeit erwidert wird. Dies nennt man ‚gegenseitigen Austausch‘.
Hier erfolgen die Leistungen getrennt und jeweils einseitig. Sie bilden eine gute Grundlage für eine langfristige Beziehung.
Wird die Gefälligkeit nie erwidert, besonders wenn sich eine klare Gelegenheit dazu bietet, kann dies dem Ruf des früheren Empfängers und der Beziehung zwischen beiden schaden. Es besteht also weiterhin eine gewisse Erwartung.
C. Generalisierter Austausch
Eine dritte Möglichkeit ist der generalisierte Austausch. Dabei erwidert ein Nachbar die Hilfe nicht unbedingt der Person, die ihm geholfen hat, sondern einem anderen Nachbarn.

Bei diesem ‚indirekten‘ Austausch sind Einwohner nicht voneinander abhängig, sondern von allen Mitgliedern, die zum Netzwerk beitragen.
Diese Form der Gegenseitigkeit bietet der Nachbarschaft wichtige Vorteile. So kann sich Austausch auch in nachbarschaftlichem Verhalten zeigen. Wo generalisierter Austausch die Norm ist, heben Einwohner vielleicht selbstverständlich Müll aus der Einfahrt des Nachbarn auf. Oder sie haben ganz automatisch ein Auge aufeinander.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich für Menschen, die vielseitig nutzbare Ressourcen wie Nähkenntnisse anbieten. Sie können eher der gesamten Nachbarschaft helfen als nur einer bestimmten Person. Auch schutzbedürftige Einwohner können ihre Rolle als Hilfesuchende verlassen, indem sie überlegen, was sie anderen an Zeit, Energie oder Fähigkeiten geben können. Wir sind überzeugt: Jeder hat der Nachbarschaft etwas zu bieten.
Ausmaß und Form der Gegenseitigkeit bestimmen, inwieweit Einwohner bereit sind, etwas beizutragen, oder sich trauen, um Hilfe zu bitten.
Gemeinwesenarbeit durch Gegenseitigkeit
Ohne starken sozialen Zusammenhalt ist es schwierig, generalisierten Austausch zu etablieren. Eine Kommune oder gemeinnützige Organisation kann aber helfen, die Motivation zum Austausch von Ressourcen zu steigern.
Den Austausch in der Nachbarschaft sichtbar zu machen, ist aus drei Gründen wichtig:
- Es verdeutlicht, dass Nachbarn zu helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, zur Norm der Gemeinschaft gehört.
- Hilfegesuche werden mit allen geteilt. Das erhöht die Chance, dass jemand eine Aufgabe entdeckt, bei der er helfen kann.
- Sind hilfreiche Taten für die Gemeinschaft sichtbar, stärkt dies unseren Ruf - ein außergewöhnlich starker Antrieb.
- Ein digitales Nachbarschaftsnetzwerk macht Hilfegesuche und Angebote dauerhaft sichtbar. Reaktionen und Austausch sind für alle Mitglieder zugänglich.
- Eine Nachbarschaftsbibliothek oder ein Werkzeugschuppen sind sichtbare Belege für wertvollen Austausch in der Gemeinschaft.
- Eine Kommunikationskampagne für die Nachbarschaft hebt besonders bemerkenswerten oder ungewöhnlichen Austausch hervor. Denken Sie an Auszeichnungen für gute Nachbarschaft oder Presseberichte über das Viertel.
3.2.4 Gemeinsame Werte
Bedeutung
Werte sind abstrakte, emotional geprägte Überzeugungen, die entlang eines Kontinuums bestehen und bestimmte Einstellungen und Verhaltensweisen antreiben. 20
Einfacher gesagt: Menschen messen verschiedenen Werten unterschiedliche Bedeutung bei. Integrität, Produktivität, Respekt, Erfolg, Hingabe, Gleichheit... Daraus entstehen Normen, also Verhaltensregeln, die bestimmen, welches Handeln in einer Situation angemessen ist.
Unsere Normen und Werte bestimmen nicht nur unser Verhalten, sondern auch, wie wir das Verhalten und letztlich den Charakter anderer beurteilen. Verstößt ein Nachbar dagegen, kann dies unsere Meinung über ihn negativ beeinflussen.
Das Gefühl gemeinsamer Werte beeinflusst eine zuvor besprochene Dimension stark: Vertrauen. Erwarten wir, dass jemand unsere Werte teilt, vertrauen wir eher darauf, dass wir auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten und dabei dieselben Regeln beachten.
Gemeinwesenarbeit durch die Betonung gemeinsamer Werte
Unterschiedliche Werte sind eine wichtige Ursache für Reibungen zwischen Gruppen, etwa Kulturen oder Generationen. Gegensätzliche Werte können eine Gemeinschaft spalten. Gemeinsame Werte haben dagegen das Potenzial, Menschen zusammenzubringen.
Je zwei Parteien einer Nachbarschaft teilen mit Sicherheit mindestens einen Wert. Diese Gemeinsamkeiten gilt es hervorzuheben.
- Ermitteln Sie durch eine Nachbarschaftsbefragung, welche Normen und Werte den Akteuren vor Ort - Einwohnern, Organisationen und anderen - auf persönlicher, gesellschaftlicher und nachbarschaftlicher Ebene wichtig sind.
- Suchen Sie möglichst inklusive gemeinsame Werte. Denken Sie etwa an Respekt, Hilfsbereitschaft und Toleranz.
- Fassen Sie die gemeinsamen Werte der Nachbarschaft in einem Nachbarschaftsmanifest zusammen, etwa als Motto oder als Sammlung von Leitsätzen.
- Machen Sie die gemeinsamen Werte sichtbar: direkt in der Nachbarschaft, zum Beispiel auf einem Plakat, oder in einem Faltblatt oder auf einer Website. So wissen Neuzugezogene sofort, wofür die Nachbarschaft steht.
- Optional können Sie abschließend verschiedene Akteure über gemeinsame soziale Werte verbinden und so den Zusammenhalt stärken. Bringen Sie Jugendliche und einen gemeinnützigen Verein über Umweltthemen zusammen oder Paare verschiedener ethnisch-kultureller Herkunft über Arbeit oder Erziehung.
3.2.5 Netzwerk
Die vier genannten Dimensionen — Zugehörigkeitsgefühl, Vertrauen, Gegenseitigkeit und gemeinsame Werte — sind kognitiv: Sie bestehen vor allem in den Köpfen der Einwohner und sind stark subjektiv. Das Netzwerk dagegen ist eine strukturelle Dimension. Es sagt etwas über die Zusammensetzung der Nachbarschaft aus und ist mehr oder weniger objektiv.
Würden wir alle Einwohner und Organisationen der Nachbarschaft grafisch erfassen, könnten wir zwischen jeweils zwei verbundenen Akteuren Linien ziehen. Diese zeigen, wie gut Einzelpersonen und Organisationen vor Ort vernetzt sind.
Vermutlich würden Cluster homogener Gruppen sichtbar, mit vielleicht recht wenigen horizontalen Brücken dazwischen. Diese entsprechen dem bindenden und brückenbildenden Sozialkapital aus dem Anfang dieses Whitepapers.
Daneben sähen wir vertikale Verbindungen zwischen Gruppen und Organisationen. Sie bilden das verknüpfende Sozialkapital.
Je besser eine Person oder Organisation in der Nachbarschaft vernetzt ist, desto eher schließt sie sich dem übergreifenden Nachbarschaftsnetzwerk an, zu dem auch Fremde gehören.
Außerdem gilt: Je stärker das Nachbarschaftsnetzwerk heute ist, desto attraktiver ist es für Personen und Organisationen, sich ihm anzuschließen.
Gemeinwesenarbeit durch den Ausbau bestehender Netzwerke
Neue Beziehungen zwischen Menschen, Gruppen und Organisationen verbessern die Vernetzung in der Nachbarschaft und stärken den sozialen Zusammenhalt. So sind immer mehr Menschen bereit, zur lokalen Gemeinschaft beizutragen.
- Brückenpersonen. Sie können verschiedene Akteure miteinander in Kontakt bringen. Denken Sie an Gemeinwesenarbeiter, Paten oder den Nachbarschaftsconcierge. 21
- Begegnungen. Organisieren Sie Willkommensveranstaltungen oder andere Gelegenheiten, bei denen Einwohner Kontakte knüpfen können.
- Aktionen. Aktivitäten zu Themen, die Bürger beschäftigen, sind ideal für neue Beziehungen. Denken Sie an einen offenen Treff für junge Mütter oder eine Informationsveranstaltung zur Klimakrise.
- Physische und virtuelle Räume. Für spontanen Austausch braucht es hochwertige, zugängliche Räume: offline etwa Parks oder Säle, online etwa digitale Nachbarschaftsgruppen in sozialen Medien.
- Organisationen bekannt machen. Werden lokale Organisationen sichtbarer, entstehen schneller Beziehungen zu Bürgern und untereinander. Beispiele sind ein Verzeichnis örtlicher Gewerbetreibender oder ein Tag der offenen Tür, an dem Unternehmen ihre Fähigkeiten und Angebote zeigen.

04 · Sich verbinden können
Räume schaffen, in denen Verbindung möglich wird.

Zur Erinnerung: Welche zwei Elemente bestimmen den Zugang zum Sozialkapital?
Bisher haben wir den Wunsch betrachtet, sich zu verbinden. Er hängt stark vom sozialen Zusammenhalt ab. Nun geht es um die Möglichkeit: Inwieweit können wir Zugang zu den Ressourcen der Nachbarschaft finden?
Kommunikationsinfrastruktur
Die Kommunikationsinfrastruktur einer Nachbarschaft umfasst die physischen und virtuellen Räume, in denen Einwohner miteinander interagieren.
Die Qualität dieser Kommunikationsinfrastruktur bestimmt wesentlich, ob die Nachbarschaft Folgendes leisten kann:
- eigene Ressourcen mit der Gemeinschaft teilen
- sich bei Bedarf an die Nachbarschaft wenden
- für eine bessere Nachbarschaft zusammenarbeiten.
Die Bedeutung von Räumen
Ohne hochwertige, zugängliche Räume, in denen Einwohner regelmäßig miteinander in Kontakt kommen können, ist es schwierig, das Sozialkapital der Nachbarschaft zu nutzen.
Wie könnten wir ohne physische oder virtuelle Räume:
- wissen, wer in der Nähe wohnt
- wissen, welche Ressourcen es in der Nachbarschaft gibt
- um Hilfe bitten
- Hilfe leisten
- über Herausforderungen und Lösungen sprechen
- gemeinsam anpacken?
Die Rolle der öffentlichen Hand
Einen Raum für nachbarschaftliche Begegnungen bereitzustellen, kostet oft Zeit, Geld und Energie. Dabei hat die Kommune drei Aufgaben:
- die Bedürfnisse der Nachbarschaft verstehen
- die benötigten Räume bereitstellen
- bestehende Räume pflegen.
Die Einwohner einzubeziehen, kommt dem Ergebnis, der Beteiligung am Projekt und dem sozialen Zusammenhalt in der Nachbarschaft zugute.
4.1 Physische Räume
Dritte Orte
Mit physischen Räumen meinen wir alle Orte in der Nachbarschaft, die Begegnungen ermöglichen, etwa einen Fußweg. Vor allem aber geht es um Orte, die Austausch anregen: ein Café, ein Nachbarschaftszentrum oder einen Park.
Ray Oldenburg spricht von dritten Orten. 22 Während das Zuhause der erste und die Arbeitswelt der zweite Ort ist, sind dritte Orte:
- für alle zugänglich
- auf informelle Gespräche in angenehmer Umgebung ausgerichtet
- vertraut, etwa weil man dort häufig bekannte Gesichter trifft
- ein freiwilliger Halt: Man ist dort, weil man es möchte.
Dritte Orte sind wichtig für das soziale Leben der Nachbarschaft. Einwohner können dort lokale Fragen diskutieren, Meinungen austauschen und voneinander lernen. Daraus können Beziehungen und gemeinsame Aktivitäten entstehen.
Der nachbarschaftlich vertraute Raum
Mit der Zeit können Nachbarn sich diese Orte gemeinschaftlich aneignen. 23 Dieser parochiale, nachbarschaftlich vertraute Raum liegt zwischen privatem und öffentlichem Raum.
In solchen Räumen verhalten sich Menschen etwas anders zueinander. Der Austausch hat weder die Vertrautheit einer Freundschaft noch die Distanz zwischen Fremden. Er lädt zu freundlichem Wiedererkennen, ungezwungenen Gesprächen und anderen Formen nachbarschaftlichen Umgangs ein.
Subjektive Wahrnehmung
Ob ein Raum öffentlich oder nachbarschaftlich vertraut ist, hängt vom Betrachter ab. Ein auswärtiger Gast sieht das örtliche Café als öffentlichen Raum und verhält sich neutral. Ein Einwohner spricht andere Gäste vielleicht eher an und beginnt ein Gespräch.
Auch unter Einwohnern variiert die Bedeutung eines Ortes. Die räumliche Nachbarschaft lässt sich als konzentrische Kreise um das eigene Zuhause verstehen. 24 Je näher ein Ort liegt, desto mehr bedeutet er. Schon ein Blick aus dem Fenster kann viel über die unmittelbaren Nachbarn verraten.
Eine Nachbarschaftsbank kann für jemanden um die Ecke sehr wertvoll sein, für einen Einwohner vom anderen Ende des Ortes jedoch weniger. Die strategische Platzierung solcher Treffpunkte kann daher großen Nutzen haben.
Schließlich sind die Geschichte und die Assoziationen eines Ortes wichtig. 25 Ein Park, in dem viele schöne Nachbarschaftsaktivitäten stattfanden, wird geschätzt und gepflegt. Einer, der mit häufigen Störungen verbunden ist, bekommt einen schlechten Ruf. Deshalb sind Nutzung und Pflege eines Ortes von großer Bedeutung.
4.2 Virtuelle Räume
Die Bedeutung virtueller Räume
Jeder Raum, der Austausch zwischen Einwohnern ermöglicht, eröffnet in gewissem Maß Zugang zu Sozialkapital. Neben physischen Treffpunkten können das auch Schwarze Bretter oder digitale Nachbarschaftsnetzwerke wie Hoplr sein.
Virtuelle Räume geben Einblick in Identität, Ressourcen und Herausforderungen der Nachbarschaft. Wie physische Räume ermöglichen sie Fragen und Antworten, Informationsaustausch und Zusammenarbeit. 26
Dauerhaftigkeit, Kopierbarkeit, Skalierbarkeit und Suchbarkeit
Virtueller Austausch eignet sich meist weniger, um enge Bindungen aufzubauen. Für die Gemeinwesenarbeit bietet er jedoch einige wertvolle Eigenschaften.
Online-Austausch, etwa Nachbarschaftsbeiträge auf Hoplr, wird erfasst und gespeichert. Andere Nachbarn können darauf zugreifen und ihn weiterverbreiten - jetzt und in Zukunft.
Online-Austausch hat also großes Potenzial, auch Einwohner zu erreichen, die an der ursprünglichen Interaktion nicht direkt beteiligt waren.
Dies wirkt sich wiederum exponentiell aus auf:
- die Entwicklung einer Nachbarschaftsidentität 27
- die Wahrscheinlichkeit, dass Mitglieder auf relevante Ressourcen stoßen, etwa Einladungen zu Aktivitäten, Informationen oder Hilfe
- Lernen durch Beobachtung: die Normen der Nachbarschaft schrittweise kennenlernen und leichter um Hilfe bitten können.
Manchen Einwohnern fällt der nachbarschaftliche Kontakt im virtuellen Raum außerdem leichter als im physischen Raum.

05 · Dynamik der Nachbarschaft
Räume und sozialer Zusammenhalt verstärken einander.
In Kapitel zwei haben wir eine Formel vorgestellt und sie in den folgenden Kapiteln ausgearbeitet. Sie diente als Leitfaden für unsere Betrachtung des Sozialkapitals einer Nachbarschaft.

Natürlich ist Sozialkapital nicht schwarz-weiß. Zahlreiche Faktoren beeinflussen, ob Menschen sich mit der Gemeinschaft verbinden wollen und können. Viele davon entziehen sich unserem Einfluss. Wir nennen sie Rahmenbedingungen und gehen später näher darauf ein.
Außerdem sind sozialer Zusammenhalt und Räume einer Nachbarschaft keineswegs voneinander getrennt. Wir nennen sie das ‚Yin und Yang der Nachbarschaft‘.
Die Dynamiken einer Nachbarschaft sind unzählig. Das ist eine gute Nachricht: Sie bieten Ansatzpunkte, die den Zugang zu nachbarschaftlichen Ressourcen potenziell exponentiell verbessern können. Daraus ergeben sich zahllose Chancen, das Sozialkapital der Gemeinschaft zu stärken.
5.1 Der Einfluss von Räumen auf den sozialen Zusammenhalt
Die Räume einer Nachbarschaft prägen ihren sozialen Zusammenhalt.
- In einer sauberen Nachbarschaft mit wenig Vandalismus oder Müll können Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl stärker ausgeprägt sein.
- Kunst, Statuen oder andere erkennbare Symbole prägen das Bild der Nachbarschaft und fördern eine gemeinsame Identität.
- Örtliche Geschäfte und Gewerbe erleichtern den Aufbau nachbarschaftlicher Beziehungen.
- Ein virtueller Raum für lokale Gespräche macht leichter erkennbar, welche Werte den Nachbarn wichtig sind.
5.2 Der Einfluss des Zusammenhalts auf Räume
Umgekehrt gilt dasselbe: Sozialer Zusammenhalt spiegelt sich in den Räumen einer Nachbarschaft wider.
- Eine Nachbarschaft mit starkem Gemeinschaftsgefühl unterstützt gerne die lokale Wirtschaft.
- Wo Einwohner einander vertrauen, entstehen eher Bürgerinitiativen.
- Eine Gemeinschaft, die ihre gemeinsame Wertschätzung für eine saubere Nachbarschaft ausdrückt, kümmert sich eher um die Pflege ihrer Räume.
- Wo Gegenseitigkeit stark ausgeprägt ist, werden digitale Nachbarschaftsnetzwerke intensiver und erfolgreicher genutzt.
5.3 Rahmenbedingungen
Das Kommunikationsumfeld der Nachbarschaft umfasst die immateriellen Faktoren oder Rahmenbedingungen, denen ihre Räume, Beziehungen und Austauschprozesse unterliegen. Dieses Umfeld kann förderlich oder hinderlich sein und wirkt auf unterschiedliche Gruppen verschieden.
Wir unterscheiden sechs Arten von Rahmenbedingungen, die das Kommunikationsumfeld bestimmen: 28
Die Rolle der Kommune
Das Kommunikationsumfeld und seine Rahmenbedingungen sind innerhalb einer Nachbarschaft recht beständig. Deshalb können Kommunen oder Organisationen sie nur schwer unmittelbar verändern.
Dennoch ist es wichtig, diese Bedingungen zu kennen und etwa bei der Entwicklung von Initiativen zu berücksichtigen.
Es lohnt sich, die Rahmenbedingungen in eine Nachbarschaftsanalyse einzubeziehen. Anschließend lässt sich beurteilen, welche Maßnahmen im Kommunikationsumfeld möglich und angemessen sind.

06 · Fazit
Die Nachbarschaft als Ausgangspunkt.
Die Nachbarschaft hat für alle Einwohner einen enormen Wert, den wir als Sozialkapital zusammenfassen können. Dieser Wert reicht in Bereichen wie Sicherheit, Mobilität und Fürsorge in die gesamte Gesellschaft hinein. So wird ‚global denken, lokal handeln‘ mit Leben gefüllt.
Dieses Sozialkapital scheint jedoch nicht überall gleich stark vorhanden zu sein. Behörden erkennen das Potenzial der lokalen Ebene und fragen sich, wie sie Engagement in der Nachbarschaft fördern können. Dafür haben wir in diesem Whitepaper eine Formel vorgestellt.
Das Potenzial, also die Ressourcen einer Nachbarschaft, lässt sich durch eine Kommune nicht leicht verändern. Wir glauben jedoch, dass jede Nachbarschaft bereits über die nötigen Mittel verfügt, um eine Herausforderung zu bewältigen.
Kommunen und Organisationen können den Zugang zur Gemeinschaft und ihren Ressourcen stark beeinflussen. Das nennen wir Gemeinwesenarbeit. Dabei geht es darum, zu fördern, dass Einwohner sich mit dem Nachbarschaftsnetzwerk verbinden können und wollen.
Den Wunsch, sich einzubringen, haben wir mit sozialem Zusammenhalt verknüpft. Er besteht aus zahlreichen sozialen Dimensionen, die Kommunen und Organisationen in unterschiedlichem Maß fördern können.
Die Möglichkeit, Ressourcen zu nutzen, haben wir mit Räumen für nachbarschaftlichen Austausch verbunden. Die öffentliche Hand sollte sich auf Orte und Kanäle konzentrieren, die Begegnungen und Austausch fördern.
Die Kommune sollte durchdacht und ideenreich ermöglichen und unterstützen und deshalb in Gemeinwesenarbeit investieren.
Zuerst werden Herausforderungen und Chancen der Nachbarschaft erfasst. Darauf aufbauend entstehen Projekte und Räume, die Einwohnern den Zugang zum Nachbarschaftsnetzwerk ermöglichen und sie dazu anregen.
Hoplr möchte als digitales Nachbarschaftsnetzwerk und Wissenszentrum seinen Beitrag leisten. Wir arbeiten am Neighbourhood Score: Ein automatischer Nachbarschaftsscan macht anhand der hier besprochenen Formel Jahr für Jahr verschiedene Dimensionen sichtbar. Der Score soll Orientierung für die Entwicklung und Bewertung von Interventionen geben und eine klare Richtung aufzeigen.
Der Neighbourhood Score ergänzt unsere bestehenden digitalen Nachbarschaftsnetzwerke, in denen Hunderttausende Nachbarn bereits Informationen, Hilfe und Gegenstände austauschen.
Außerdem bereiten wir die Einführung unseres Nachbarschaftsconcierges vor. Er verbindet die Vertrautheit eines bekannten Gesichts mit der Effizienz eines digitalen Dashboards, das Angebot und Nachfrage zusammenführt.
07 · Erste Schritte
Von der Nachbarschaftsanalyse zum Handeln.
In das Sozialkapital einer Nachbarschaft zu investieren, erfolgt idealerweise in zwei Phasen: messen (Nachbarschaftsanalyse) und fördern (Nachbarschaftsprojekt).
- Zuerst lohnt es sich, die Besonderheiten der Nachbarschaft zu untersuchen und ihren Einwohnern zuzuhören. So erkennen Sie, welche Interventionen voraussichtlich die größte Wirkung entfalten können.
- Danach folgt das Handeln. Ausgehend von den erkannten Herausforderungen entwickeln Sie ein oder mehrere Projekte mit möglichst großer Wirkung auf die lokale Gemeinschaft.
7.1 Nachbarschaftsanalyse
Eine Nachbarschaftsanalyse erfasst die Herausforderungen und Chancen vor Ort. Wir stützen sie auf drei Komponenten:
- Ressourcen der Nachbarschaft (Potenzial)
- einige soziale Dimensionen der Nachbarschaft (Zugang)
- Räume der Nachbarschaft (Zugang)
Vielleicht haben Sie bereits ein gutes Gespür für die Lage der Nachbarschaft. Dennoch sollten Sie Schlüsse nicht allein aus dem Bauchgefühl ziehen. Schließlich identifizieren Sie sich vermutlich nicht mit allen soziodemografischen Gruppen vor Ort.
Deshalb suchen wir quantitative und qualitative Daten, zumindest teilweise gemeinsam mit den Einwohnern. Im Folgenden stellen wir die vier wichtigsten Methoden der Datenerhebung kurz vor.
7.1.1 Methoden
Vorhandene Daten heranziehen
Die Kreisverwaltungen verfügen wahrscheinlich über viele nützliche Informationen. Zum Beispiel:
- soziodemografische Daten
- Daten zu örtlichem Gewerbe und Organisationen
- Ergebnisse früherer Studien
- weitere Informationen wie Nachbarschaftskarten, Arbeitslosenzahlen, Anzahl lokaler Initiativen oder Besucherzahlen von Nachbarschaftsveranstaltungen.
Befragung
Mit Online-, Papier- oder Telefonfragebögen lassen sich relativ leicht viele anonyme quantitative Daten sammeln.
Die größte Herausforderung ist, die Fragen sorgfältig auszuwählen. Sie müssen die benötigten Informationen erfassen und zugleich zugänglich und verständlich sein.
Interviews
Interviews liefern vermutlich begrenzte Daten zu wenigen Themen, ermöglichen aber vertiefte qualitative Erkenntnisse. Sie eignen sich daher gut für subjektive und anekdotische Informationen, die sich nicht in Zahlen ausdrücken lassen.
Führen Sie Interviews am besten mit einigen Schlüsselpersonen: Menschen, die die Nachbarschaft gut kennen oder eine bestimmte Gruppe vertreten können.
Gruppengespräch
Bei einem Gruppengespräch treten Einwohner miteinander in Dialog, etwa in einem Workshop, einer Fokusgruppe, einem Nachbarschaftspanel oder einem gemeinsamen Rundgang.
Nachbarn teilen Ideen und lassen sich voneinander inspirieren. Darin liegt die Stärke solcher Gespräche. Sie bieten viel Raum, Herausforderungen und Lösungen zu erörtern und durch unterschiedliche Stimmen aus der Gemeinschaft zu differenzieren.
Kombination
Jede Methode hat eigene Vorteile und Herausforderungen. Gerade deshalb ist eine Kombination besonders wertvoll:
- Eine Nachbarschaftsanalyse beginnt meist mit einer Voruntersuchung.
- Danach folgen Befragung und Interviews.
- Die Ergebnisse sind schließlich eine gute Grundlage für ein Gruppengespräch.
7.1.2 Eine Nachbarschaftsanalyse entwickeln
Für die gewählten Methoden benötigen Sie Fragen: Fragen für Umfragen und Interviews, aber auch Forschungsfragen zu Themen, die Sie verstehen möchten. Nachfolgend geben wir Anregungen für beides.
Zusammensetzung der Nachbarschaft
Amtliche Verwaltungsdaten liefern bereits viele Einblicke in die Zusammensetzung einer Nachbarschaft. Sie sind unerlässlich, um eine Stichprobe zu planen und ihre Repräsentativität zu verbessern.
Auch deshalb müssen andere Methoden einige soziodemografische Fragen enthalten.
- Welchem Geschlecht fühlen Sie sich zugehörig?
- Wie alt sind Sie?
- Welchen Familienstand haben Sie?
- Wie lange leben Sie in dieser Nachbarschaft?
- Sind Sie in diesem Land geboren?
- Sind Ihre Eltern in diesem Land geboren?
- Was ist Ihre Erstsprache?
- Welche Sprache sprechen Sie zu Hause am häufigsten?
Vielfalt
Vor allem im persönlichen Gespräch, zu zweit oder in der Gruppe, geben Einwohner der Zusammensetzung ihrer Nachbarschaft Bedeutung - etwa ihrer Vielfalt.
- „Menschen unterschiedlicher Herkunft leben in der Nachbarschaft gut zusammen.“
- „Menschen verschiedener Generationen leben in der Nachbarschaft gut zusammen.“
- „Neue und alteingesessene Einwohner leben hier gut zusammen.“
- „Vielfalt bereichert diese Nachbarschaft.“
Gemeinschaftsgefühl
Das Gemeinschaftsgefühl kann innerhalb derselben Nachbarschaft stark variieren. Studien zeigen, dass junge Familien, Menschen mit viel Zeit im Wohnumfeld und langjährige Einwohner sich stärker zugehörig fühlen. Jugendliche und Menschen mit Sprachbarrieren erleben tendenziell ein schwächeres Gemeinschaftsgefühl.
Weil dieses Gefühl sehr subjektiv ist, müssen unterschiedliche Meinungen eingeholt werden, mit besonderem Augenmerk auf die einzelnen Gruppen.
- „Wenn jemand etwas in der Nachbarschaft organisiert, habe ich das Gefühl, dass ‚wir‘ es organisieren und nicht ‚die‘.“
- „Ich fühle mich mit der Nachbarschaft verbunden.“
- „Ich hoffe, hier noch lange zu wohnen.“
- „Mir ist wichtig, dass meine Nachbarn mich für einen guten Nachbarn halten.“
- „Bei einem Problem in der Nachbarschaft werden die Einwohner es voraussichtlich wirksam lösen.“
Vertrauen
Studien zeigen einen gegenläufigen Zusammenhang zwischen Vertrauen und Vielfalt. Menschen erleben Vertrauen unterschiedlich und bringen es auch den verschiedenen Gemeinschaften vor Ort in unterschiedlichem Maß entgegen.
Wir sollten vermeiden, einzelne Gemeinschaften herauszugreifen. Deshalb formulieren wir die Fragen möglichst allgemein.
- „Nach Sonnenuntergang allein durch die Nachbarschaft zu gehen, würde mir Angst machen.“
- „Wenn ich hier meine Geldbörse verlöre, bekäme ich sie wahrscheinlich mit ihrem gesamten Inhalt zurück.“
- „Ich würde meine Esszimmerstühle für ein Nachbarschaftsfest verleihen.“
- „Ich vertraue darauf, dass die Kommune meine Interessen im Blick hat.“
- „Würde ich mein eigenes oder ein fremdes Kind betreuen und es gäbe einen Notfall, vertraute ich meinen Nachbarn die Betreuung an.“
Gegenseitigkeit
Ob eine Nachbarschaft über ein Netz generalisierten Austauschs verfügt, zeigt auf wertvolle Weise, wie leicht Einwohner Zugang zu Sozialkapital finden.
Da Gegenseitigkeit teilweise mit dem persönlichen Ruf in der Nachbarschaft zusammenhängt, sollten diese Fragen besser anonym gestellt werden.
- „Wenn mir ein Nachbar bei Computerproblemen hülfe, würde ich ihn vermutlich bezahlen.“
- „Die meisten Einwohner hier helfen einander, ohne darum gebeten zu werden.“
- „Würde ich einem Nachbarn eine Bohrmaschine leihen, erwartete ich eine Gegenleistung.“
- „Sehe ich Müll auf der Straße in unserer Nachbarschaft, werfe ich ihn weg, auch wenn er nicht von mir ist.“
- Haben Sie im letzten Jahr einem Nachbarn unentgeltlich geholfen?
Gemeinsame Werte
Vielleicht möchten Sie wissen, ob Einwohner heute das Gefühl haben, Werte mit ihren Nachbarn zu teilen. Am besten erfragen Sie das in einer anonymen Umfrage.
Auch interessant ist, welche konkreten Normen und Werte die Mitglieder teilen. Eine anonyme Umfrage kann einige aufzählen, deren Bedeutung die Einwohner anschließend bewerten.
Um diese Auswahl zu erstellen, kann ein Gruppengespräch hilfreich sein.
- Wie wichtig ist es Ihnen, dass Einwohner einander spontan helfen?
- Wie wichtig ist es Ihnen, dass Einwohner nicht übereinander lästern?
- Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach den anderen in der Gemeinschaft, dass nach 22 Uhr Ruhe herrscht?
- Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach anderen Nachbarn, ihren Vorgarten und ihre Einfahrt zu pflegen?
Netzwerk
Ein besseres Bild der lokalen Netzwerke entsteht durch anonyme Umfragen, aber auch durch Gespräche mit den wichtigsten Gruppen und Organisationen der Nachbarschaft.
- Mit wie vielen Nachbarn können Sie sich unterhalten?
- An wie viele Nachbarn können Sie sich bei Hilfebedarf wenden?
- Wie viele der Nachbarn, mit denen Sie reden oder die Sie um Hilfe bitten können, gehören einer anderen Generation an?
- Wie viele dieser Nachbarn stammen aus einer anderen Kultur oder haben eine andere Nationalität?
- Wie viele Organisationen oder Betriebe im Viertel haben Sie bereits in Anspruch genommen?
Räume
Der Bedarf an weiteren Treffpunkten und deren Nutzung lässt sich leicht durch eine anonyme Umfrage erfassen.
Welche Orte heute bereits Begegnungen ermöglichen, ist vielleicht eine zu breite Frage, die Differenzierung braucht. Sie eignet sich unserer Ansicht nach besser für Interviews oder Fokusgruppen.
- Gibt es Ihrer Meinung nach genug Treffpunkte in der Nachbarschaft?
- Werden die öffentlichen Räume im Viertel gut gepflegt?
- Wo kommen Sie heute am häufigsten mit anderen Einwohnern in Kontakt?
- Wie würden Sie Ihre Nachbarn erreichen, wenn Sie Hilfe brauchten?
- Welche Orte in der Nachbarschaft regen Gespräche und Austausch an?
- Welche Orte in Ihrer Nachbarschaft haben für Sie besondere Bedeutung?
Ressourcen
Eine Umfrage kann die Ressourcen erfassen, die Einwohner mit ihren Nachbarn teilen möchten.
Welche Organisationen und Gruppen es gibt und wie sie der Nachbarschaft helfen können, lässt sich besser im Gespräch herausfinden.
- Welche Hilfe könnten Sie anbieten?
- Haben Sie Talente, die der Gemeinschaft nützen könnten?
- Wie viel Zeit könnten Sie aufbringen, um einem Nachbarn oder der Gemeinschaft zu helfen?
- Wissen Sie viel über ein Thema, das der Nachbarschaft nützen könnte?
7.1.3 Ergebnisse visualisieren
Um Beiträge der Einwohner sinnvoll darzustellen, empfiehlt sich ein geeigneter Bezugsrahmen. Wir stellen zwei Methoden vor, die gemeinsam mit Einwohnern ausgefüllt oder bewertet werden können.
Nachbarschaftliche Ressourcen kartieren
Das folgende Diagramm wird häufig im Asset-Based Community Development (ABCD) verwendet, einem ressourcenorientierten Ansatz für nachhaltige, gemeinschaftsgetragene Entwicklung. Es stellt lokale Einrichtungen, freiwillige Organisationen und Gruppen grafisch dar. Ein Nachbarschaftsrundgang eignet sich dafür besonders gut.

Anschließend wird für jede Partei oder Gruppe erfasst, welche wertvollen Ressourcen wie Räume, Wissen oder helfende Hände sie beitragen kann. So wird sichtbar, welche Partnerschaften Herausforderungen der Nachbarschaft bewältigen könnten.
Beziehen Sie auch Gruppen oder Einrichtungen ein, um die es Spannungen gibt. Jeder hat der Nachbarschaft etwas zu bieten. Erfolgreiche Zusammenarbeit gibt solchen Akteuren zugleich die Chance, sich positiver zu zeigen.
Die Nachbarschaftslinse
Wie sehr Einwohner ihre Nachbarschaft schätzen, lässt sich mit der Nachbarschaftslinse darstellen. Sie umfasst vier Bereiche: Räume, Menschen, Zugang und Aktivitäten. Jeder davon gliedert sich in drei Teilbereiche.
Sie können die Nachbarschaftslinse anhand von Umfrage- oder Interviewdaten selbst ausfüllen und die Bewertungen anschließend in einem Gruppengespräch prüfen lassen. Alternativ setzen Sie das Bild gemeinsam mit den Teilnehmenden eines Workshops zusammen.
Die Nachbarschaftslinse ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Gespräche über das Viertel. Sie macht leichter erkennbar, in welchen Haupt- und Teilbereichen der größte Verbesserungsbedarf besteht.

7.2 Nachbarschaftsprojekte
Als Nächstes übersetzen wir Herausforderungen und Chancen der Nachbarschaft in ein oder mehrere Gemeinschaftsprojekte. Den Zugang zu Sozialkapital wollen wir verbessern, indem wir:
- den sozialen Zusammenhalt in der Nachbarschaft stärken
- die Räume der Nachbarschaft verbessern.
Wir möchten die Einwohner möglichst umfassend befähigen, Herausforderungen selbst anzugehen. Das entspricht dem Ansatz des Asset-Based Community Development.
Wie ein Nachbarschaftsprojekt aussieht, hängt von verschiedenen Fragen ab:
- Welche Herausforderungen hat die Analyse aufgezeigt?
- Was möchten Kommune oder Einwohner vorrangig angehen?
- Was braucht es, um die Situation zu verbessern?
- Was können die Einwohner beitragen?
- Welche Einrichtungen, Organisationen und Gruppen wollen mitwirken?
- Welche Unterstützung benötigen Einwohner gegebenenfalls von der Kommune?
7.2.1 Überblick
Zum Abschluss folgt ein bewusst unvollständiger Überblick möglicher Nachbarschaftsprojekte und Interventionen: klein oder groß und mit unterschiedlich starker Beteiligung der Kommune.
Digitales Nachbarschaftsnetzwerk
Online-Netzwerk, in dem Nachbarn in Kontakt stehen und Hilfegesuche sowie Ressourcen austauschen. Beispiel: Hoplr, WhatsApp, Facebook-Gruppe...
Veranstaltungen
Verschiedene Akteure der Nachbarschaft kommen in einem organisierten Rahmen zusammen. Beispiel: Neujahrsempfang, Begrüßung neuer Einwohner, Pop-up-Kino, Kofferraumflohmarkt, örtlicher Tag der offenen Betriebe...
Fördermittel
Die Kommune unterstützt Aktionen finanziell, die dem sozialen Gefüge der Nachbarschaft zugutekommen. Beispiel: Nachbarschaftsbudget, Zuschuss für ein Straßenfest, Erstattung von Kosten für Straßendekoration...
Identität der Nachbarschaft
Gemeinsam bestimmen, wofür die Nachbarschaft steht, und dies verständlich vermitteln. Beispiel: Nachbarschaftslogo, Motto, Manifest, Kunstwerk...
Übergreifende Kommunikation
Informationen der Kommune oder anderer relevanter Einrichtungen an die Nachbarschaft. Beispiel: Mitteilungen zu Straßenarbeiten oder Instandhaltung, die Einschränkungen oder Lärm verursachen, lokale Nachrichten, Aufklärung über örtliche Themen, Ankündigung von Aktivitäten, Nachbarschaftsbeteiligung, Dialog...
Nachbarschaftsinitiativen
Einwohner entwickeln und verwirklichen ein Projekt, mit oder ohne begrenzte Unterstützung der Kommune. Beispiel: Müllsammelaktion, Gemeinschaftsgärten, Nachbarschaftsbibliothek, Tanzkurse für Senioren, gemeinsames Grillfest...
Netzwerk von Schlüssel- und Vermittlungspersonen
Kontaktdatenbank mit Personen, über die vielfältige oder Minderheitengruppen erreichbar sind, vor allem schutzbedürftige oder schwer erreichbare Menschen. Beispiel: Pflegekräfte, Gemeinwesenarbeiter, Kontaktbeamte, Vereine, örtliche Gewerbetreibende, Religionsgemeinschaften...
Beteiligungsprojekt
Die Kommune ermöglicht Mitsprache durch Rückmeldungen, Beratung, Meinungen, Ideen oder aktives Handeln. Beispiel: Feedback zu Spielplatzplänen, Bürgerhaushalt, Nachbarschaftsagenda, Aktionen gegen Müll und illegale Ablagerungen, Ideensammlung zur Gemeinwesenarbeit...
Physischer Raum
Die Kommune verändert einen Raum in der Nachbarschaft oder ermöglicht anderen dies. Beispiel: Neuer Park, Spielplatzgestaltung, Nachbarschaftsbänke, Kunstwerk, Schwarzes Brett, Öffnung eines Schulhofs für die Nachbarschaft...
Soziales Projekt
Die Kommune lädt Einwohner ein, an einem Projekt zur Inklusion innerhalb oder außerhalb der Nachbarschaft teilzunehmen. Beispiel: Patenschaften, Ehrenamt, Spendenaktionen, Solidaritätsaktionen...
08 · Quellen und Mitwirkende
Die Menschen hinter diesem Whitepaper
Die folgenden Quellen sind im ursprünglichen Whitepaper aufgeführt.
- Catch 22 and Nominet, Digital disadvantage – barriers to digital skills and access, 2021.
- Statistica, Feeling of loneliness among adults 2021, by country, 2021.
- R. Forrest, A. Kearns, Social cohesion, social capital and the neighbourhood. Urban Stud. 38, 2125-2143 (2001); D. Schiefer, J. van der Noll, The essentials of social cohesion: a literature review. Soc Indic Res. 132, 579-603 (2017).
- H. Rainie, B. Wellman, Networked: the new social operating system (MIT Press, Cambridge, Mass, 2012).
- K. N. Hampton, B. Wellman, Lost and saved... again: the moral panic about the loss of community takes hold of social media. Contemporary Sociology: A Journal of Reviews. 47, 643-651 (2018).
- J. S. Coleman, Social capital in the creation of human capital. American Journal of Sociology. 94, 95-120 (1988);N. Lin, Social Capital: A theory of social structure and action (Cambridge university press, 2004).
- R. S. Burt, Brokerage and closure: an introduction to social capital (Oxford University Press, Oxford; New York, 2005).
- P. A. Thoits, Mechanisms linking social ties and support to physical and mental health. Journal of Health and Social Behavior. 52, 145-161 (2011);A. M. Ziersch, F. E. Baum, C. MacDougall, C. Putland, Neighbourhood life and social capital: the implications for health. Social Science & Medicine. 60, 71-86 (2005).
- C. M. Fourie, in Collaboration, Communities and Competition: International Perspectives from the Academy, S. Dent, L. Lane, T. Strike, Eds. (SensePublishers, Rotterdam, 2017) J. D. Lichterman, A “community as resource” strategy for disaster response. Public Health Rep. 115, 262-265 (2000);R. J. Sampson, S. W. Raudenbush, F. Earls, Neighborhoods and violent crime: a multilevel study of collective efficacy. Science. 277, 918-924 (1997);C. van Eijk, T. Steen, Why citizens want to be co-producers, 10 (2013).
- A. L. Kavanaugh, D. D. Reese, J. M. Carroll, M. B. Rosson, Weak ties in networked communities. The Information Society. 21, 119-131 (2005);Y.-C. Kim, S. J. Ball-Rokeach, Civic engagement from a communication infrastructure perspective. Communication Theory. 16, 173-197 (2006);J. M. McLeod, D. A. Scheufele, P. Moy, Community, communication, and participation: the role of mass media and interpersonal discussion in local political participation. Political Communication. 16, 315-336 (1999);C. Talò, T. Mannarini, A. Rochira, Sense of community and community participation: a meta-analytic review. Soc Indic Res. 117, 1-28 (2014).
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- L. Wray-Lake, B. D. Christens, C. A. Flanagan, in Encyclopedia of quality of life and well-being research, A. C. Michalos, ed. (Springer Netherlands, Dordrecht, 2014), pp. 1102-1107.
- Ein Angebot von Hoplr, bei dem Einwohner, vor allem ältere Menschen, einen Nachbarschaftsconcierge anrufen können, um etwa Hilfe beim Rasenmähen zu finden. Er kennt die Gemeinschaft gut und weiß, wer ehrenamtlich helfen kann und welche Fachkräfte oder Unternehmen vertrauenswürdig sind. So findet er eine geeignete Person, die hilft.
- R. Oldenburg, The great good place: cafés, coffee shops, bookstores, bars, hair salons, and other hangouts at the heart of a community (Marlowe, New York, 1999).
- M. Kusenbach, Patterns of Neighboring: Practicing community in the parochial realm. Symbolic Interaction. 29, 279-306 (2006);L. H. Lofland, The public realm: exploring the city’s quintessential social territory (Aldine de Gruyter, Hawthorne, N.Y, 1998), Communication and social order.
- M. Kusenbach, A hierarchy of urban communities: observations on the nested character of place. City & Community. 7, 225-249 (2008).
- T. Mannarini, A. Rochira, C. Talò, How identification processes and inter-community relationships affect sense of community. Journal of Community Psychology. 40, 951-967 (2012);Y.-F. Tuan, Space and place: the perspective of experience (Arnold, London, 1977).
- J. De Meulenaere, C. Courtois, K. Ponnet, in Routledge companion to local news and journalism, A. Gulyas, D. Baines, Eds. (Routledge, Oxford, UK, 2020), pp. 398-407;C. López, R. Farzan, in Proceedings of the 7th international conference on communities and technologies (ACM, New York, NY, 2015), C&T ‘15, pp. 59-67.
- De Meulenaere, J. D., Baccarne, B., Courtois, C., & Ponnet, K. (2020). Neighborhood hotspot and community awareness: the double role of social network sites in local communities. Communications, 1(ahead-of-print), https://doi.org/10.1515/commun-2019-0135.
- S. J. Ball-Rokeach, Y.-C. Kim, S. Matei, Storytelling neighborhood paths to belonging in diverse urban environments. Communication Research. 28, 392-428 (2001).
Die Menschen hinter diesem Whitepaper
- Autoren
- Laura Geerts, dr. Jonas De Meulenaere, Jennick Scheerlinck · Hoplr
- Illustrationen
- Miel Vandepitte
- Fotografie
- Joachim van Belleghem
- Gestaltung der ursprünglichen Ausgabe
- Gestalte
- Korrekturleser
- Luc Galoppin, Cato Waeterloos, Bastiaan Baccarne, Jeroen Vandevelde
Unser Dank gilt dem Hoplr-Team, unseren Kunden und allen Einwohnern, die ihre Nachbarschaften mitgestalten.
Diese Onlinefassung folgt dem ursprünglichen Whitepaper. Schaubilder, Illustrationen und Fotos stammen aus dieser Ausgabe. Produktbezüge beschreiben den Stand der ursprünglichen Veröffentlichung. PDF herunterladen.
Gemeinsam sorgende Nachbarschaften gestalten.
Entdecken Sie, wie Hoplr Nachbarschaft, lokale Kommunikation und Bürgerbeteiligung zusammenbringt.
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